| Erbschaftssteuer: Auf immer mehr Vermögen immer weniger Steuern |
"Angesichts der niedrigen Vermögenssteuern in
Österreich und sichtbar werdender sozialer Ungleichheiten ist die
Abschaffung der Erbschaftssteuer eine ökonomisch und
verteilungspolitisch falsche Entscheidung.", kommentiert die
Armutskonferenz den gestrigen Ministerrat. "Der Anteil
vermögensbezogener Steuern liegt im EU-Durchschnitt bei 2,2%, in
Österreich bei 0,6%." "Die Erbschaftssteuer könnte so reformiert werden, dass sie zu
Verteilungsgerechtigkeit beiträgt, beispielsweise durch Einführung
einer Erbersatzsteuer bei Privatstiftungen. Das allein brächte 180
Millionen Euro Einnahmen.", so das österreichische
Anti-Armutsnetzwerk.(Quicktime Player wird benötigt)
"In der Armutsbekämpfung, in der Pflege und in Bildungsmaßnahmen
für sozial Benachteiligte muss man um jeden Euro kämpfen,", weiß die
Armutskonferenz aus leidvoller Erfahrung, "wenn es um die
einflussreichen Interessen geht, ist Geld plötzlich kein Problem
mehr. Österreich wird zum einzigen westliche Industrieland, das weder
eine Vermögenssteuer, noch eine Börsenumsatzsteuer, noch eine
Erbschafts- und Schenkungssteuer hat."
"Auf immer mehr Vermögen gibt es immer weniger Steuern. Dafür: Auf Löhne immer mehr Abgaben. Und immer höhere indirekte Steuern. Die geringen Einkommen werden voll von den indirekten Steuern getroffen. Das unterste Einkommensdrittel wird durch Massensteuern doppelt so stark belastet wie das oberste. Um 466 Euro (Statistik Austria) zahlen Österreichs Haushalte seit dem Jahr 2000 im Schnitt mehr Abgaben als davor." Die Gewinnquote wie auch die Gesamtvermögen steigen. In den vergangenen Jahrzehnten ist der Lohnanteil am Volkseinkommen deutlich zurückgegangen, die Besitzeinkommen und die Einkünfte aus Finanzvermögen dagegen stark angewachsen. Die bereinigte Lohnquote fiel von 71% im Jahr 1981 auf 59% im Jahr 2003. Die Reallöhne und die realen Gehälter pro Kopf stiegen von 1980 bis 2003 langsamer als die gesamtwirtschaftliche Produktivität. Bei den Niedrigsteinkommmen gibt es Reallohnverluste. Die obersten 1% der Bevölkerung besitzen 34% des Gesamtvermögens, die obersten 10% zwei Drittel des Gesamtvermögens. Zum Gesamtvermögen gehören Geldvermögen, Immobilienvermögen und Unternehmensbesitz, so die Armutskonferenz abschließend. |
"Angesichts der niedrigen Vermögenssteuern in
Österreich und sichtbar werdender sozialer Ungleichheiten ist die
Abschaffung der Erbschaftssteuer eine ökonomisch und
verteilungspolitisch falsche Entscheidung.", kommentiert die
Armutskonferenz den gestrigen Ministerrat. "Der Anteil
vermögensbezogener Steuern liegt im EU-Durchschnitt bei 2,2%, in
Österreich bei 0,6%." "Die Erbschaftssteuer könnte so reformiert werden, dass sie zu
Verteilungsgerechtigkeit beiträgt, beispielsweise durch Einführung
einer Erbersatzsteuer bei Privatstiftungen. Das allein brächte 180
Millionen Euro Einnahmen.", so das österreichische
Anti-Armutsnetzwerk.