Margarete Schütte-Lihotzky- Das Schüttehausprojekt
ImageMit ihrer Frankfurter Küche schrieb die 1897 geborene Margarete Schütte-Lihotzky Architekturgeschichte. Geschichte schrieb und schreibt auch das Haus am Südbahngürtel 24 in Klagenfurt (Volkshaus/Ljudski Dom), das von Schütte-Lihotzky in den Jahren 1948 bis 1950 als Verlagsgebäude der Tageszeitung Volkswille erbaut wurde und heute u.a. für eine Gruppe von Kärntner SlowenInnen und den Balkan Klub Räume bietet.Schütte-Lihotzky war eine Architektin, die das Elend der Menschen, das mit der ungelösten Wohnfrage zusammenhing, sehr aufmerksam wahrnahm. Ihr gesamtes Lebenswerk war daher darauf ausgerichtet, unter Ausnützung neuer Technologien und neuer Organisationsformen für die armen und ärmeren Bevölkerungsschichten erschwinglichen Wohnraum zu schaffen.






Ihr Engagement im Widerstand, das sie in Gestapo-Haft brachte, ihre politische Überzeugung machten es ihr unmöglich, die späte Ehrung und Anerkennung ihrer Arbeit durch das offizielle Österreich unter der Präsidentschaft Waldheim anzunehmen. Das österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst nahm sie von einem Bundespräsidenten mit Nazivergangenheit nicht entgegen.

In diesen Tagen hätte die Margaretnerin Schütte-Lihotzky ihren 110. Geburtstag gefeiert. Die Ausstellung „Schüttehausprojekt“ funktioniert allerdings auch ohne diesen räumlichen und aktuellen Bezug. Sie zeigt, wie soziale Bedürfnisse und Konflikte mit Architektur verbunden sind und verbunden werden können.

Schüttehausprojekt

„Es sind also die Erzählungen von sozialen Kämpfen in der 2. Republik, der Biographie einer kommunistischen Architektin und Widerstandskämpferin, dem deutschnationalen Kärntner Konsens, räumlichen und kulturellen Aneignungsprozessen, von Erinnerung sowie der möglichen Zukunft eines Widerstandsmuseum, von denen die Wände des Hauses sprechen und dieses Projekt handelt“, schreiben Christina Linortner und Eva Egermann, die für das Schüttehausprojekt verantwortlich zeichnen.

SCHÜTTEHAUSPROJEKT über das Volkshaus Klagenfurt
9. bis 17. März 2007
Freitag 16 bis 20 Uhr;
Samstag 9 bis 12 Uhr
ROTPUNKT
Reinprechtsdorferstraße 6
1050 Wien