Jahresrückblick 2006- Der vergessene jüdische Friedhof
ImageIm Februar 2006 war ctv-net.org beim Jüdischen Friedhof in Währing vor Ort, wo der Landtagsabgeordneten Marco Schreuder und die Historikerin Tina Walz vor dem zunehmenden Verfall des einzigartigen historischen Areals, die Öffentlichkeit aufmerksam machten. Nach Abschluss des Washingtoner Abkommens, das der damalige US-Beauftragte Stuart Eizenstat und das Kabinett Schüssel I am 17. Jänner 2001, vereinbart haben, ist, laut dem Grünen Landtagsabgeordneten Marco Schreuder, Österreich rechtlich, durch das "Washingtoner Abkommen", verpflichtet zur Sanierung und Erhaltung von jüdischen Friedhöfen beizutragen.




Während der NS-Diktatur wurde ein wesentlicher Teil des Friedhofes mit rund 2.000 Gräbern bei Aushubarbeiten für einen Löschwasserteich gezielt zerstört. Im älteren Teil des Areals ließ das NS-Regime im Namen seiner „Rassekunde“ die Gebeine von rund 200 Familien zu pseudowissenschaftlichen Untersuchungen ins Naturhistorische Museum bringen, wo diese dann zum Teil jahrzehntelang verblieben. Der Jüdische Friedhof wurde 1942 durch den NS-Staat enteignet, bzw. der Gemeinde Wien zwangsverkauft. Einem engagierten Magistratsbeamten gelang es den Friedhof vor der totalen Zerstörung zu retten, in dem er das Areal zu einem Vogelschutzgebiet umwidmen ließ.

Das Areal wurde 1955 der Israelitischen Kultusgemeinde zurückerstattet. Der zerstörte Teil des Friedhofs wurde der Stadt Wien überlassen, der darauf den Gemeinde-bau „Arthur Schnitzler-Hof“ erbaute. Der Friedhof verfiel zunehmend – bis heute.