Trenkler: "Sozialdemokratie fehlt der Reibebaum" - Gusenbauer: "FPÖ Ideologie von ÖVP aufgesogen"
trenklerDie Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik veranstaltete im Ensemble Theater in Wien, eine Runde mit Kulturjournalisten im Gespräch mit dem Bundesparteivorsitzenden der Spö, Alfred Gusenbauer. Thomas Trenkler von der Tageszeitung der Standard meinte, dass der wirkliche Kulturkampf geendet hat mit der FPÖ in der Regierung. Dadurch fehlte der Sozialdemokratie der Reibebaum. Dieser Reibebaum war nach Trenkler für die Sozialdemokraten immer sehr wichtig. Das letzte große kulturpolitische Ereignisse, dass letzte große Aufbäumen war anlässlich der ersten österreichischen EU- Präsidentschaft, wo Gerhard Ruis der Sprecher der IG Autoren und andere Interessensvertretungen einen ‚Aufmarsch der Maroden’ organisiert haben, um zu zeigen, wie schlecht die wirtschaftliche und finanzielle Stellung der KünstlerInnen in Österreich ist.








Laut Trenkler sind viele Fehler unter dem ehemaligen sozialdemokratischen Kulturstaatssekretär Peter Wittmann passiert, der für ihn eine Fehlbesetzung war, und in der Zeit danach.

Nach Henriette Horny von der Tageszeitung Kurier, machen momentan Kulturpolitik nicht die PolitikerInnen. Im Vordergrund steht immer nur die finanziellen Mitteln. Henriette Horny schätze die sozialdemokratische Kulturpolitik lange Zeit, weil es als Ideologieressort geführt wurde und Ecken und Kanten hatten. Mit der Erklärung zur Chefsache ist es eine sehr Streichelhafte Angelegenheit geworden.

Ganz andere Ansicht ist Alfred Gusenbauer, der meinte, dass die FPÖ ihren kulturpolitischen Diskurs nicht beendet hat. Sie hat sich gespalten und ist in dem Ausmaß nicht mehr auffällig. Ein Großteil der FPÖ Ideologie wurde laut Gusenbauer von der ÖVP aufgesogen und leben dort als Surrogate weiter fort. Der Entscheidende Punkt ist nach Alfred Gusenbauer aber geblieben, nämlich das eine Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Lebenswelten betreiben wird.