| ENTWICKLUNG: Öffentliche Dienstleistungen gegen globale Armut |
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London, 1. September (IPS) – Der Ausbau öffentlicher Dienstleistungen
in Entwicklungsländern ist das beste Mittel, um die globale Armut zu
bekämpfen. Dies ist das Ergebnis eines neuen Berichts der
internationalen Hilfsorganisationen 'Oxfam' und 'WaterAid'. Die
Organisationen fordern eine Abkehr vom fortschreitenden Prozess der
Privatisierung.
Die Verfasser des Berichtes 'In the Public Interest' appellieren an die Regierungen armer Staaten, einen größeren Teil ihres Budgets für den Ausbau von Basis-Dienstleistungen vorzusehen. Die reichen Staaten sollen diese Bestrebungen nachhaltig und mit größeren finanziellen Ressourcen unterstützen. So sollen etwa Lehrer und medizinisches Personal höhere Gehälter erhalten und Wasser- und Sanitärsysteme besser ausgebaut werden. In der Vergangenheit sind die Industriestaaten und Organisationen wie die Weltbank oft unter Beschuss geraten, weil sie Regierungen an solchen Maßnahmen gehindert haben. Sie förderten stattdessen ungeeignete Projekte des Privatsektors im Wasser- und Gesundheitsbereich. Der Privatsektor könne den Bedürfnissen aller Bürger nicht gerecht werden, unterstreicht Oxfam in einer Pressemitteilung. Als Beispiel für die Effizienz öffentlicher Dienstleistungen im Kampf gegen Armut nennt der Bericht die reichen Staaten. "Vor hundert Jahren unterschied sich die Lebenserwartung in Europa kaum von der im heutigen Afrika. Erst durch strenge staatliche Programme konnten wir Krankheiten bekämpfen und gut ausgebildete Arbeitskräfte heranziehen und so den Grundstock für den heutigen Reichtum legen", erklärt Bernice Romero von Oxfam. Der Bericht zeigt aber auch positive Entwicklungen in ärmeren Ländern wie Sri Lanka, Botswana und im indischen Bundesstaat Kerala. Dort wurden enorme Fortschritte im Bildungs- und Gesundheitsbereich erzielt. In Sri Lanka zum Beispiel, einem der ärmsten Länder der Welt, wo ein Drittel der Bevölkerung von weniger als zwei US-Dollar am Tag leben muss - sind die Gesundheits- und Bildungseinrichtungen für die Bürger frei zugänglich. Die Müttersterblichkeitsrate in dem Inselstaat ist eine der niedrigsten der Welt. Tödliche Gefahr für Kinder Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, 2,6 Milliarden leben ohne sanitäre Einrichtungen. 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern sind auf schmutziges Wasser zurückzuführen - eine tödliche Gefahr besonders für Kinder. 6.000 Jungen und Mädchen sterben jeden Tag an den Folgen, 4.000 allein an Durchfall. 47 Milliarden Dollar im Jahr würde die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) zur Armuts- und Hungerbekämpfung kosten. Fast soviel – 40 Milliarden Dollar – werden den in den Industriestaaten jährlich für Haustiernahrung ausgegeben. (Ende/IPS/kp/2006) |